Tablater Konzertchor

St. Gallen

Willkommen!

Liber Scivias

Unser aktuelles Projekt:

Feuerzungen, Engelschöre

Der Tablater Konzertchor St.Gallen singt Vokalmusik für 1 bis 24 Stimmen von Hildegard von Bingen, Robert Wylkynson, Josquin Desprez, Tomas Luis de Victoria und Giovanni Croce.

  • 11. Juni 2017 Kirche Linsebühl St.Gallen
  • 17. Juni 2017 Kloster Fischingen
  • 18. Juni 2017 Kolumbanskirche Rorschach

Ausführende:

Tablater Konzertchor St.Gallen – Leitung: Ambros Ott

Hildegard von BingenHildegard von Bingen, Mystikerin, Heilkundige, Politikerin, Komponistin:

Eine der grossen Frauenfiguren der europäischen Geschichte steht im Zentrum des Konzertprojekts 2017 des Tablater Konzertchors St.Gallen.

Zur Aufführung gelangt eine Auswahl der einstimmigen Hymnus-Vertonungen von Hildegard. Die Tablater singen die gregorianischen Gesänge in wechselnder Besetzung. Und erweitern das Hildegard-Universum um Exkursionen in die spätere Mehr- und Vielstimmigkeit: von 1- bis 24-stimmig.

 

Hildegard von BingenDie Hymnen der Hildegard von Bingen

Hildegard von Bingen (1098 – 1179), mit acht Jahren in die Obhut eines Frauenklosters gegeben, wurde 1141 zur Äbtissin des Benediktinerinnenklosters Disibodenberg bei Bingen gewählt. Ungefähr zu dieser Zeit, von ihrem 43. Lebensjahr an erlebte sie göttliche Stimmen, Feuerzungen gleich, und schrieb ihre Visionen nieder.

In ihrem Hauptwerk «Scivias» (Wisse den Weg) sind sie überliefert; daneben verfasste sie Bücher zur Naturgeschichte und Medizin, erforschte die Heilkräfte der Natur und führte eine reiche Korrespondenz mit den führenden Köpfen ihrer Zeit.

Musik hatte für Hildegard von Bingen eine zentrale Bedeutung: Als Spiegel der himmlischen Harmonie brachte sie die Menschen Gott nahe. Sie verfasste zwischen 1151 und 1158 über 70 Gesänge, die als «Symphonia harmoniae caelestium revelationum» bezeichnet werden, sowie ein geistliches Singspiel. In den Gesängen preist sie den dreieinigen Gott, die Engel und die Heiligen, allen voran Maria, die heilige Ursula sowie Rupert und Disibod.

MandalaWieder und wieder bekräftigt sie den göttlichen Ursprung ihres Werks: «Darauf sah ich eine von Licht durchstrahlte Luft. Aus ihr ertönten mir auf wundersame Weise mannigfaltige Klänge entgegen. Es waren Lobgesänge für jene, die im Himmel wohnen».

Ihre Hymnen sind eine trotz gregorianischer Askese äusserst farbige, teils fast ekstatische Musik. In unserem Programm sind zu hören: «O vis aeternitatis», «O tu suavissima virga», «O viridissima virga», «O quam mirabilis» und «O virtus sapientiae». Es sind im eigentlichen Sinn musikalische Meditationen, die der Chor in einem intensiven Aneignungsprozess erarbeitet und als eine gewissermassen kollektive Einzelstimme zum Klingen bringen wird.

Von 1 bis 24 Stimmen

Neben Hildegard und ihrer klösterlichen Einstimmigkeit eröffnet das Programm weitere, sich teils gewaltig auftürmende Klangräume. Aus der frühen Renaissance erklingt der 12-stimmige «Apostels' Creed», das Glaubensbekenntnis der Apostel des Engländers Robert Wylkynson (1450-1515), einem der Komponisten des Eton Choirbooks, von dem nur gerade vier Kompositionen erhalten geblieben sind.

Etwa zeitgleich lebt und komponiert Josquin Desprez (ca 1455 – 1521); vom flämischen Meister führen die Tablater den stimmenflirrenden Kanon «Qui habitat in adiutorio altissimi» zu 4 mal 6 Stimmen auf, ein höchst selten aufgeführtes Werk.

Rund ein Jahrhundert weiter führen die folgenden Werke im Programm. Vom Engländer William Byrd (1543-1623) ist die dreistimmige Messe für Männerchor zu hören. Die Frauen antworten mit zwei je dreistimmigen «frommen Gesängen» (Piae cantiones) aus einer schwedischen Sammlung lateinischer Motetten aus dem Jahr 1582.

Einen Höhepunkt findet die Polyphonie der Renaissance beim spanischen Meister Tomas Luis de Victoria (1548-1611), dessen Requiem die Tablater bereits 2014 mit grosser Resonanz aufgeführt haben. Von Victoria erklingen zwei doppelchörige Marienmotetten zu 2 x 4 Stimmen.

Schliesslich der Italiener Giovanni Croce (1557-1609): Er hat den «Dialogo de Chori d’Angeli» komponiert, ein raumszenisch gedachtes Madrigal für zehn Stimmen, aufgeteilt in einen Hoch- und einen Tiefchor.

Insgesamt ist in den Konzerten ein vokales Spektrum von der Einstimmigkeit über drei, vier, acht, zehn und zwölf bis zu 24 Stimmen zu erleben.

Geistlich spannt das Programm einen Bogen vom kanonischen Messetext bis zu den visionären Schauen der Hildegard, vom Wunder der Geburt bis zum jüngsten Gericht. Und immer wieder fliegen Engel durch die Partituren dieses feuerflammenden und meditativen Tablater Projekts.

Hildegard von BingenWeitere Informationen:

Probenbeginn war am 29.10.2016

Am 17.-22. April 2017 reist der Chor ins Kloster Neustift in Brixen (Südtirol), um an diesem Programm zu arbeiten.


Unser nächstes Projekt:

Musik zum 500-Jahr-Jubiläum der Reformation

Das Projekt ist noch in der Vorbereitung.

Probenbeginn ist voraussichtlich am 26./27. August 2017.

Konzerte sind geplant für März 2018.

Interessierte Sängerinnen und Sänger können sich gern beim Vorstand melden.